Der Welttag ohne Tabak thematisiert Gesundheitsrisiken und Umweltfolgen. Zahlreiche Organisationen nutzen den Tag, um auf die negativen Folgen der Tabakproduktion hinzuweisen. Denn die Zeiten sind definitiv vorbei, als in jedem Film eine Zigarette im Mundwinkel des Helden glimmte.
Der «Welttag ohne Tabak» vom 31. Mai verdeutlichte die vielfältigen negativen Auswirkungen von Tabak- und Nikotinprodukten. Zahlreiche Organisationen nutzten den Tag, um ihre Kritik zu artikulieren. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief den Tag aus, um auf die Strategien der Hersteller aufmerksam zu machen, mit denen sie die Produkte vermarkten. Dazu gehöre eine bewusst tiefe Preisgestaltung, wie die Krebsliga schreibt. Seit 110 Jahren setzt sich die Krebsliga Schweiz für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen ein. Sie fordert deshalb eine konsequente Preispolitik für Tabakprodukte. Jährlich sterben 9200 Personen an den Folgen des Tabakkonsums. Die meisten würden berits als Minderjährige anfangen, dokumentiert die Krebsliga. Der Preis ist ein entscheidender Hebel, um dies zu verhindern: Höhere Preise würden insbesondere Jugendliche vom Rauchen abhalten. «Es braucht eine einheitliche, ausreichend hohe Besteuerung aller Produkte, die sich am Schadenspotenzial orientiert», fordert die Krebsliga. Auch die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz mit der Lungenliga Waadt, Lungenliga Schweiz, Lega polmonare ticinese, Lungenliga Solothurn, Stop2Drop und OxySuisse fordern höhere Preise.
1000 Tonnen Abfall jährlich
Krebs ist nicht das einzige Problem, das Tabakprodukte verursachen. Was an einer Zigarette nicht geraucht wird, landet oft in der Umwelt. «Rund 1000 Tonnen Zigarettenabfälle gelangen jährlich in die Schweizer Umwelt», schreibt OceanCare. Das Zigarettenstummel-Littering werde verharmlosend auf eine Verhaltens- und Sauberkeitsfrage verengt, sagt Ewoud Lauwerier, Plastic Policy Specialist bei der Umweltorganisation. «Damit wird am Kern des Problems vorbei diskutiert.» Denn im Fokus steht der Zigarettenfilter. Dieser besteht aus dem Kunststoff Celluloseacetat, der in Mikrofasern zerfällt und in Böden sowie Gewässern verbleibt. Die Umweltorganisation kritisiert, dass Zigarettenstummel eine der grössten Einzelquellen für Mikroplastik darstellen. Zudem binden sie zahlreiche giftige Substanzen.
Verführerischer Duft
Auch Sucht Schweiz setzt sich für einen stärkeren Schutz der jüngeren Generation ein. Die Stiftung, die sich in der Suchtforschung und Gesundheitsprävention engagiert, kritisiert die fruchtigen und süssen Aromen von Tabakprodukten. Diese seiei einer der Hauptgründe, weshalb Jugendliche mit dem Konsum von Tabakprodukten beginnen würden. «Der angenehme Geschmack» zähle zu den am häufigsten von ihnen genannten Gründe für den Konsum dieser Produkte. «Diese Candyfizierung muss gestoppt werden!», fordert Sucht Schweiz.
Zusammengefasst:
–> Gesundheit: 9.200 Todesfälle jährlich in der Schweiz
–> Umwelt: 1.000 Tonnen Zigarettenabfall alleine in der Schweiz
–> Suchtgefahr wegen Aromen: Besonders für Jugendliche

