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«Missbrauch bleibt Missbrauch»

Die Guido Fluri Stiftung führt jährlich eine Zusammenkunft von ehemaligen Heim- und Verdingkindern sowie anderen Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen durch. Am diesjährigen Sommerfest in Langenthal forderte Guido Fluri mit der neuen «Internet-Initiative» ein entschiedenes Handeln gegen Kindesmissbrauch, Desinformation und KI-Missbrauch im Netz.

800 Zeitzeug:innen waren vor Ort. Die Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider machte deutlich, dass die Schweiz dieses dunkle Kapitel ihrer Geschichte ernst nimmt. Für die Sozialministerin Baume-Schneider hat dieses jährliche Treffen der Guido Fluri Stiftung eine Bedeutung, die über den Tag der Zusammenkunft hinausgeht: «Erinnerungen und Verletzungen, die man lange allein getragen hat, werden leichter, wenn man sie teilen kann. Und das gemeinsame Erinnern ist auch ein Beitrag an die Gesellschaft: Es hält wach, was nicht in Vergessenheit geraten darf.» Die Schweiz habe begonnen, dieses Kapitel aufzuarbeiten. Doch dies brauche Geduld und Mut: «Die Aufarbeitung ist kein abgeschlossenes Projekt. Sie ist ein Prozess. Aufarbeitung braucht Kontinuität, braucht Aufmerksamkeit, braucht Geduld. Nur wenn die Aufarbeitung von Dauer ist, wird auch das Erinnern von Dauer sein.»

Die Brücke von gestern zu heute

In seiner Rede an die Anwesenden schlug Guido Fluri die Brücke von der erfolgreichen «Wiedergutmachungsinitiative» zur kürzlich lancierten und parteipolitisch breit getragenen «Internet-Initiative». The Philanthropist hat berichtet. «Das vergangene Jahrhundert hat uns gezeigt, was Schweigen, Wegsehen und institutionelles Versagen anrichten können. Das Jahr 2026 wird daran gemessen werden, ob wir erneut wegsehen oder ob wir endlich hinschauen», gibt Guido Fluri zu bedenken. Und er warnt vor der digitalen Dimension: «Im Internet werden Millionen von Missbrauchsbildern verbreitet.» Hinter jedem dieser Bilder steht der Missbrauch eines Kindes und Fluri verlangt: «Das müssen wir stoppen! Und wir in der Schweiz können es stoppen!»

Wo schaut die Gesellschaft hin?

Fluris Bedenken sind gross, weil mit künstlicher Intelligenz heute Missbrauchsbilder seriell und hyperrealistisch produziert werden können. Zudem würden ausländische Staaten gezielt Social-Media-Plattformen nutzen, um demokratische Prozesse zu beeinflussen. Guido Fluri stellte in seiner Rede in Langenthal die zentrale Frage: «Ob Politik, Gesellschaft, Schulen, Familien und Technologieunternehmen bereit sind, den Schutz von Kindern höher zu gewichten als Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit und vor allem Profitgier.» Die «Internet-Initiative» hat seit der Lancierung vor drei Monaten 40’000 Unterschriften gesammelt. Fluri ist kämpferisch: «Wir lassen uns nicht unterkriegen, wenn es darum geht, unsere nächste Generation zu schützen.»

«Missbrauch bleibt Missbrauch – im realen Leben oder im virtuellen Raum.»

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