Sie haben ein Projekt, das Unterstützung braucht, und eine Stiftung, die passen könnte. Vielleicht haben Sie bereits begonnen, Ihr Gesuch vorzubereiten. Jetzt geht es darum, die Förderorganisation von Ihrem Vorhaben zu überzeugen. Worauf kommt es an? Und welche Fehler sollten Sie vermeiden?
Die gute Nachricht: Viele Absagen haben nichts mit einem schlechten Projekt zu tun, sondern mit Gründen, die sich vermeiden lassen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was in ein gutes Gesuch gehört und worauf Stiftungen achten.
Ein gutes Gesuch muss nicht besonders umfangreich sein. Entscheidend ist, dass die Stiftung schnell versteht, was Sie vorhaben, weshalb das Projekt zu ihren Förderzielen passt und was ihre Unterstützung ermöglichen würde.
Drei Schritte helfen Ihnen, Ihr Gesuch sorgfältig vorzubereiten und überzeugend einzureichen.
1. Passung prüfen: Ist die Stiftung die richtige Partnerin?
Bevor Sie viel Zeit in ein Gesuch investieren, sollten Sie prüfen, ob Ihr Vorhaben zur Stiftung passt. Denn die häufigste Absage fällt, bevor jemand dein Gesuch überhaupt richtig gelesen hat: Das Projekt passt auf den ersten Blick nicht zur Stiftung.
Prüfe deshalb vor dem ersten Satz:
- Zweck und aktuelle Schwerpunkte: Fördert die Stiftung dein Thema, deine Zielgruppe und deine Region? Viele Stiftungen setzen wechselnde Schwerpunkte, die wichtiger sind als der allgemeine Stiftungszweck.
- Ausschlüsse: Steht dein Vorhaben unter «Was wir nicht fördern», zum Beispiel Betriebskosten oder Einzelpersonen?
- Zeitpunkt: Wann entscheidet die Stiftung? Liegt der Entscheid nach deinem Projektstart, kommt das Gesuch meist zu spät. Faustregel: dein Projekt sollte erst in mindestens 6 Monaten starten.
- Gesuchsweg: Per Post, über ein eigenes Formular oder online über Spheriq? Halte dich an den Weg, den die Stiftung vorgibt.
Wie du auf Anhieb passende Stiftungen findest und eine Auswahl triffst, liest du im Beitrag «Von der Trefferliste zur Shortlist».
2. Gesuch aufbauen: Das Wesentliche verständlich darstellen
Jede Stiftung hat eigene Anforderungen. Fast alle Gesuche bestehen aber aus denselben Teilen:
- Ihre Organisation – wer steht hinter dem Projekt: Wer ihr seid, wofür ihr euch einsetzt und was ihr schon erreicht habt. Hinweise wie eine bestätigte Steuerbefreiung schaffen Vertrauen.
- Ihr Projekt – was möchten Sie verändern? Welches Problem es löst, für wen, mit welchen Massnahmen, in welchem Zeitraum und mit welcher Wirkung. Dazu ein Budget, das zeigt, wofür das Geld eingesetzt wird. Achten Sie darauf, nicht nur Aktivitäten zu beschreiben, sondern auch deren beabsichtigten Nutzen.
- Ihre Anfrage – was erwarten Sie von der Stiftung? Die Anfrage ist der Kern Ihres Gesuchs. Die Stiftung sollte möglichst schnell verstehen, weshalb Sie sich gerade an sie wenden und welche Unterstützung Sie benötigen. Es ist auch der Teil, den die Stiftung als Erstes liest. In drei Sätzen sagen Sie, worum es geht, was Sie genau dieser Stiftung möchten und was eine Zusage bewirkt. Nennen Sie immer einen konkreten Betrag. Wie das gelingt, zeigt der Beitrag «Die Kunst der wirkungsvollen Anfrage» mit vielen Beispielen.
- Die Passung – warum gerade diese Stiftung? Zeige Sie in wenigen Sätzen, wie Ihr Projekt zu Ihren Schwerpunkten passt.
- Ihre Finanzierung – ist das Vorhaben realistisch? Wie viel Sie anfragen, was Sie selbst beitragen und welche anderen Geldgeber angefragt sind oder schon zugesagt haben. Das zeigt, dass Ihr Projekt auf soliden Beinen steht.
Dazu kommen oft Zusatzfragen der Stiftung, die sich auf deren Zweck beziehen. Beantworten Sie sie sorgfältig, denn sie verraten, worauf die Stiftung besonders achtet.
Tipp: Organisation und Projekt beschreiben Sie am besten einmal gründlich und verwenden die Porträts für alle Gesuche. So bleibt Ihr Projekt überall gleich dargestellt, und Sie können sich bei jedem Gesuch auf Anfrage und Passung konzentrieren.
Faustregeln zu Länge und Budget: So viel wie nötig, so kurz wie möglich. Ein gutes Dossier ist zwischen 5 und 10 Seiten lang. Das Budget sollte nicht versteckt werden, aber auch nicht zu detailliert oder als riesiges Excel mitgegeben werden. In der Regel reicht eine konsolidierte Fassung auf einer halben Seite, ausser dies wird ausdrücklich anders verlangt.
Übrigens: Ein schwaches Budget ist eine der häufigsten Ablehnungsgründe für ein Gesuch. Im Zweifelsfall: Holen Sie sich Unterstützung von einer Fachperson oder einem befreundeten Nonprofit. Oder nutzen Sie unseren Checkpoint Gesuch [Link].
3. Typische Fehler vermeiden: Woran Gesuche häufig scheitern
Auch gute Projekte können abgelehnt werden. Manche Gründe lassen sich nicht beeinflussen – beispielsweise ein ausgeschöpftes Förderbudget oder andere Prioritäten der Stiftung.
Die drei wichtigsten Gründe für eine Absage, und was du dagegen tun kannst:
- Das Vorhaben passt nicht zur Stiftung: Es fällt nicht unter ihre Richtlinien oder nicht unter ihre aktuellen Schwerpunkte. → Kriterien und Ausschlüsse vorher prüfen und die Passung konkret begründen, nicht nur behaupten. Eine allgemeine Aussage wie «Ihre Stiftung fördert Bildung» genügt häufig nicht.
- Das Gesuch ist unvollständig oder wirkt nicht solide: Lücken im Budget oder in der Planung fallen auf. Allerdings: Wer ein Projekt gut kennt, verliert manchmal den Blick dafür, welche Informationen Aussenstehenden fehlen. Andere Gesuche enthalten so viele Einzelheiten, dass die wichtigsten Aussagen untergehen. → Zahlen prüfen und Eigenleistung sowie weitere Geldgeber zeigen. Der Prompt «Gesuch prüfen» unterstützt ab Pro wirkungsvoll.
- Das Gesuch ist unklar oder zu lang: Stiftungen erhalten viele Gesuche und vergleichen sie miteinander. → Kurz bleiben, klar gliedern und das Wichtigste nach vorne stellen. Auch hier: Mit dem Prompt «Gesuch prüfen» bekommen Sie praktische Tipps, wo Sie kürzen oder umstellen sollten.
- Weitere Stolpersteine und wie du sie an deinem eigenen Gesuch vermeidest, sind Thema der Gesuchswerkstatt.
Checkliste: Ist Ihr Gesuch bereit?
Bevor Sie Ihr Gesuch einreichen, prüfen Sie: Passt mein Projekt zu Zweck, aktuellen Schwerpunkten und Region der Stiftung?
- Habe ich mögliche Ausschlüsse, Gesuchsfristen und den richtigen Einreichungsweg geprüft?Versteht eine aussenstehende Person, welches Problem wir angehen, was wir tun und was wir erreichen möchten?
- Ist unsere Anfrage konkret und begründet sie, weshalb wir gerade diese Stiftung ansprechen?
- Nennen wir einen klaren Förderbetrag, der zum Projekt und möglichst auch zur Förderpraxis der Stiftung passt?
- Sind Budget, Finanzierung, Zeitplan und vorgesehene Massnahmen nachvollziehbar?
- Entscheidet die Stiftung rechtzeitig vor dem Projektstart?
- Sagt meine Anfrage in drei Sätzen, worum es geht, was ich von dieser Stiftung möchte und was die Zusage bewirkt?
- Nenne ich einen konkreten Betrag, der zur üblichen Förderhöhe passt?
- Zeige ich Eigenleistung und weitere Geldgeber?
- Haben wir alle zusätzlichen Fragen der Stiftung beantwortet und die erforderlichen Unterlagen beigefügt?
- Würde jemand ohne Vorwissen mein Projekt nach einmaligem Lesen verstehen?
Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, ist Ihr Gesuch bereit für die Einreichung.
Gesuche über Spheriq einreichen
Zahlreiche Förderorganisationen nehmen Gesuche direkt über Spheriq entgegen. Sie erkennen sie im Profil an der Angabe «Gesuche via Spheriq» und am Button «Gesuch einreichen». Bei allen anderen gilt der Weg, den die Stiftung angibt, etwa per Post oder über ein eigenes Formular.
Reichen Sie über Spheriq ein, übernimmt das Gesuch die Angaben aus Ihrem Organisations- und Projektprofil. Sie ergänzen nur noch Anfrage, Betrag und die Fragen der Stiftung. Danach siehst du in deiner Gesuchsübersicht jederzeit den Status, und du erhältst eine E-Mail, sobald die Stiftung entschieden hat. Schritt für Schritt erklärt: So reichst du ein Gesuch digital ein.
Loslegen
Machen Sie Ihr begonnenes Gesuch bereit für die Einreichung. Öffnen Sie Ihre Gesuchsübersicht, prüfen Sie Ihr Gesuch anhand der Checkliste und ergänzen Sie, was noch fehlt.
Am eigenen Gesuch arbeiten: In der Gesuchswerkstatt schärfen Sie Ihr Vorhaben und Ihre Anfrage gemeinsam mit anderen Organisationen und erhalten persönliches Feedback.

