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Das Verzeichnis wächst: Liechtenstein neu auf Spheriq

Die Förderlandschaft endet nicht an der Schweizer Grenze. Neu sind auch die gemeinnützigen Stiftungen Liechtensteins im Spheriq-Verzeichnis recherchierbar. Damit erweitert sich der Suchraum für Nonprofits und Fundraiser:innen um einen kleinen, aber bedeutenden Philanthropiestandort.

Wer Förderstiftungen recherchiert, sollte nicht an der Landesgrenze aufhören. Gerade Liechtenstein ist trotz seiner überschaubaren Grösse ein bedeutender Philanthropiestandort und damit auch für viele Schweizer Nonprofits ein vielversprechender Teil der Förderlandschaft. Ein häufig geäusserter Wunsch unserer Nutzer:innen war deshalb, auch liechtensteinische Förderstiftungen direkt auf Spheriq recherchieren zu können. Genau das ist nun möglich: Die gemeinnützigen Stiftungen Liechtensteins sind neu Teil des Spheriq-Verzeichnisses. Die Basis steht und wird laufend mit weiteren Informationen angereichert. 

Ein kleines Land mit hoher Stiftungsdichte 

Wer bei Liechtenstein zuerst an seine Fläche oder Einwohnerzahl denkt, unterschätzt die Dimension seines Stiftungssektors. Ende 2024 gab es im Fürstentum 1’398 gemeinnützige Stiftungen. Zum Vergleich: Die Schweiz zählte zum selben Zeitpunkt 13’722 – bei einer rund 225-mal grösseren Bevölkerung. 

Auch die Rahmenbedingungen für philanthropisches Engagement sind bemerkenswert. Im Global Philanthropy Environment Index 2025 belegt Liechtenstein den ersten Platz, knapp vor der Schweiz. Bewertet werden unter anderem die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen, grenzüberschreitende Spendenmöglichkeiten sowie das politische und wirtschaftliche Umfeld. 

Für die Förderpraxis besonders relevant: Das liechtensteinische Stiftungsrecht schreibt gemeinnützigen Stiftungen keine geografische Beschränkung ihrer Mittelverwendung auf Liechtenstein vor. Sie können entsprechend auch international fördern. 

Für Fundraiser lohnt sich der Blick über den Rhein deshalb ganz besonders. 

Bisher endete die Recherche zu früh 

Auf Spheriq konnten Nonprofits und Förderorganisationen bisher umfassend innerhalb der Schweizer Stiftungslandschaft recherchieren. Wer den Suchradius auf Liechtenstein erweitern wollte, musste zusätzliche Quellen konsultieren, und die gefundenen Informationen anschliessend in die eigene Arbeit übertragen. 

Gerade für Organisationen aus der Ostschweiz, aber auch für schweizweit oder international tätige Nonprofits, fehlte damit ein relevanter Teil des Stiftungsraums. 

Dass der Zugang zu Förderstiftungen auch innerhalb Liechtensteins nicht immer einfach ist, zeigt sich zudem im Sektor selbst. Die Vereinigung liechtensteinischer gemeinnütziger Stiftungen und Trusts VLGST weist darauf hin, dass NGOs und Vereine Schwierigkeiten haben können, passende Stiftungen zu identifizieren und Zugang zu ihnen zu finden. Gleichzeitig wirken viele Stiftungen bewusst im Hintergrund und sind öffentlich unterschiedlich stark sichtbar. 

Genau hier machen strukturierte Daten einen Unterschied. 

Liechtenstein ist neu Teil des Spheriq-Verzeichnisses 

Bisher umfasste das Spheriq-Verzeichnis alle gemeinnützigen Schweizer Stiftungen sowie andere Organisationen aus der Schweiz und dem Ausland. Mit der Integration der gemeinnützigen Stiftungen aus Liechtenstein erweitert sich dieser Suchraum um viele weitere potenzielle Förderorganisationen für Schweizer Nonprofits. In einem ersten Schritt sind die gemeinnützigen liechtensteinischen Stiftungen mit ihren grundlegenden Organisationsdaten und ihrem Sitz auf Spheriq verfügbar. Damit werden sie auffindbar und können direkt in die bestehende Recherche einbezogen werden. 

Bei einem wachsenden Teil der Stiftungen gehen die Informationen bereits heute weiter. Je nach verfügbarer Datengrundlage ergänzen wir unter anderem: 

  • den Stiftungszweck 
  • bekannte Organe 
  • eine thematische Einordnung der Stiftung 

Damit wird aus einem Registereintrag schrittweise ein Profil, das sich für die Förderrecherche im Fundraising tatsächlich nutzen lässt. 

Wichtig ist dabei: Der Aufbau ist noch nicht abgeschlossen. Noch verfügt nicht jedes liechtensteinische Stiftungsprofil über dieselbe Informationstiefe. Dies hat mir der grundlegend unterschiedlichen Ausgangslage zur Schweiz zu tun – viele Informationen, die im Handelsregister der Schweiz frei zugänglich sind, werden im Handelsregister Liechtensteins ausgeblendet. Die Datengrundlage wird nun aber laufend geprüft, ergänzt und strukturiert. Wo heute zunächst Basisinformationen vorhanden sind, können morgen also bereits weitere Angaben zur Förderausrichtung hinzukommen. 

Wachsende Datentiefe

Die Aufnahme Liechtensteins ist nicht ein einmaliger Datenimport, sondern der Beginn eines kontinuierlichen Ausbaus. 

Unser Ziel ist es, die Profile Schritt für Schritt, um jene Informationen zu ergänzen, die für eine fundierte Förderrecherche tatsächlich relevant sind. Dabei gilt dasselbe Prinzip wie für das gesamte Spheriq-Verzeichnis: Daten sollen nicht nur vorhanden, sondern möglichst aktuell, strukturiert und praktisch nutzbar sein. Ein Schlüssel bildet hierzu die Förderlogik, die wir überall dort ergänzen, wo die Informationsdichte ausreichend ist – im Idealfall in direkter Zusammenarbeit mit der Förderorganisation. 

Je mehr Informationen verfügbar werden, desto präziser lässt sich eine Stiftung einordnen. Und desto schneller können Fundraiser unterscheiden zwischen einem bloss interessanten Namen und einer Förderorganisation, bei der sich eine vertiefte Prüfung tatsächlich lohnt. 

Die Landesgrenze soll künftig nicht bestimmen, wo eine gute Partnerschaft beginnt.  

Welche Erweiterung des Spheriq-Verzeichnisses wünschen Sie sich als nächstes? 
Schreiben und teilen Sie Ihre Ideen mit uns.

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