Mehr Beschäftigte, vielfältige gesellschaftliche Wirkung und gleichzeitig kritische Noten für die politischen Rahmenbedingungen: Der neue Social Entrepreneurship Monitor 2026 zeichnet ein differenziertes Bild der wirkungsorientierten Wirtschaft in der Schweiz. Am 29. Oktober werden die Ergebnisse online vorgestellt.
Wie entwickelt sich die Social Economy in der Schweiz? Wer arbeitet in wirkungsorientierten Unternehmen und wo entfalten diese ihre Wirkung? Der Social Entrepreneurship Monitor 2026 von SENS liefert dazu neue Zahlen. Bereits zum vierten Mal schafft der Monitor eine Datengrundlage zum Social-Entrepreneurship-Sektor in der Schweiz.
Die aktuelle Erhebung basiert auf der bisher grössten Stichprobe: 153 Social Enterprises mit rund 8’000 Beschäftigten und 3’500 Vollzeitstellen wurden erfasst. Damit umfasst die Untersuchung sechsmal so viele Mitarbeitende wie noch 2020.
Ein Sektor im Wachstum
Besonders interessant ist der Blick auf die Entwicklung über mehrere Jahre. Erstmals wertet SENS Zeitreihen aus. Sie zeigen: Das mittlere Social Enterprise beschäftigt heute rund einen Drittel mehr Personen als 2020. Die Zahl der Vollzeitstellen ist im gleichen Umfang gewachsen.
Der Monitor macht aber nicht nur das Wachstum sichtbar. Er zeigt auch, auf welchen Ebenen Social Enterprises Wirkung entfalten. SENS unterscheidet vier Bereiche: Unternehmen unterstützen Menschen direkt, tragen zu einer nachhaltigeren Wirtschaft bei, stärken die Social Economy oder wirken auf gesellschaftliche Normen ein. Häufig geschieht dies auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Junge Menschen und Gleichstellung im Fokus
Auch ein Blick auf die Zielgruppen ist aufschlussreich. 65 Prozent der Unternehmen mit personenbezogener Wirkung richten sich an Menschen zwischen 0 und 35 Jahren.
Bemerkenswert ist zudem die Geschlechterverteilung auf Führungsebene: 50 Prozent der Führungspositionen sind mit Frauen besetzt. Damit liegt der untersuchte Sektor gemäss SENS deutlich über dem Schweizer Durchschnitt.
Politische Rahmenbedingungen bleiben eine Baustelle
Wachstum und Wirkung allein reichen allerdings nicht aus, damit sich die Social Economy langfristig entwickeln kann. Der Monitor fragt deshalb auch nach den Rahmenbedingungen. Hier fällt das Urteil der Branche deutlich kritischer aus: Die politischen Rahmenbedingungen erhalten im Durchschnitt lediglich die Schulnote 2,9.
Damit wirft der Monitor eine Frage auf, die über die einzelnen Social Enterprises hinausgeht: Welche Voraussetzungen braucht es in der Schweiz, damit wirkungsorientierte Unternehmen wachsen, tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln und ihre gesellschaftliche Wirkung weiter ausbauen können?
Neu untersucht der Monitor zudem systematisch, wie Wirkungsmodell und Geschäftsmodell miteinander gekoppelt sind. Gerade diese Verbindung dürfte für die weitere Professionalisierung und Skalierung wirkungsorientierter Unternehmen entscheidend sein.
Lancierung am 29. Oktober
SENS stellt den Social Entrepreneurship Monitor 2026 am Donnerstag, 29. Oktober 2026, von 09.00 bis 10.30 Uhr im Rahmen einer Online-Lancierung vor. Neben der Präsentation der Ergebnisse ist Zeit für Einordnung, Fragen und Diskussion vorgesehen.
Weitere Informationen und ausgewählte Daten des Monitors können bereits heute bei SENS interaktiv erkundet werden.
Online-Lancierung Social Entrepreneurship Monitor 2026
Donnerstag, 29. Oktober 2026
9.00 Uhr bis 10.30 Uhr
Online via Zoom

