Künstliche Intelligenz verspricht enorme Produktivitätsgewinne, wirft aber auch viele Fragen zu Datenschutz und verantwortungsvoller Nutzung auf. Im richtigen Setting gelingt beides. In diesem Beitrag – und vertieft im Workshop «KI-Werkstatt» – erfahren Sie, wie ein sicherer und wirkungsvoller Umgang mit KI mit wenig Aufwand gelingt.
Künstliche Intelligenz (KI) hat den Arbeitsalltag vieler Organisationen in kurzer Zeit verändert. Texte entstehen schneller, Analysen lassen sich automatisieren, Ideen generieren sich auf Knopfdruck. Was vor kurzem noch futuristisch klang, gehört heute zum Alltag. Mit wenig Aufwand und dem nötigen Grundwissen kann eine Organisation ihr sicheres KI-Setup einrichten, das sie effektiv im Alltag unterstützt (siehe Kasten unten: «KI-Werkstatt»).
Mit der neuen Produktivität wächst auch eine neue Unsicherheit. Was passiert eigentlich mit den Daten, die wir in KI-Systeme eingeben? Wer speichert sie? Und werden unsere Inhalte möglicherweise zum Training fremder Modelle verwendet?
Der Clinch: Sicherheit oder Effizienz?
Gerade für Nonprofits und Förderorganisationen ist die Frage der Sicherheit zentral. Denn sie arbeiten häufig mit sensiblen Informationen: Projektdossiers, Förderentscheide, Strategien oder personenbezogene Daten. Die Herausforderung besteht deshalb nicht nur darin, KI zu nutzen – sondern sie verantwortungsvoll und sicher zu nutzen.
Datenschutz ist entscheidend. Viele der populären KI-Tools basieren auf Cloud-Infrastrukturen amerikanischer Anbieter. Dabei ist oft nicht transparent, was mit den eingegebenen Daten geschieht. Sensibel sind dabei nicht nur der im Datenschutzgesetz geregelte Umgang mit Personendaten. Fast entscheidender ist der Umgang mit Geschäftsgeheimnissen und internen Strategien oder mit geistigem Eigentum wie Konzepten oder Texten, insbesondere wenn letztere von Dritten stammen.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass besonders jene Organisationen, die auf diese Fragen keine Antworten haben oder als Reaktion jede Nutzung von KI verbieten, einen kapitalen Fehler begehen. Wenn der Einsatz von Künstlicher Tools verboten ist, nutzen Mitarbeitende einfach die Gratisversionen von ChatGPT und Co. Und gerade die Gratisversion schützt die Daten überhaupt nicht. Im Gegenteil: Hier «bezahlen» die Nutzer:innen mit ihren Daten.
PeakPrivacy: Datenhoheit hat Priorität
Für Organisationen, die mit sensiblen Daten arbeiten, ist das problematisch.
Eine verantworungsvolle Nutzung von künstlicher Intelligenz stand daher auch im Zentrum der gemeinsam mit SwissFoundations durchgeführten «AI Learning Journey», die Spheriq Ende 2023 initiiert hat. Dabei wurde deutlich: Entscheidend ist nicht nur, was KI leisten kann, sondern unter welchen Bedingungen sie eingesetzt wird. Aus der Lernreise ist deshalb ein Framework für den verantwortungsvollen Einsatz von KI entstanden: PeakPrivacy.
PeakPrivacy stellt die Datenhoheit der Organisationen ins Zentrum und verbindet konzeptionelle Leitlinien mit einer technischen Lösung. Die zugrunde liegenden KI-Modelle werden auf eigenen Servern betrieben, sodass sensible Daten die Infrastruktur der Organisation nicht verlassen. Drei Prinzipien sind dabei zentral:
- Erstens läuft die KI auf eigener Infrastruktur.
- Zweitens werden keine Daten an externe Plattformanbieter weitergegeben.
- Drittens werden Prompts und Inhalte der Nutzer nicht zum Training der Modelle verwendet.
So lassen sich Produktivität und Datenschutz erstmals konsequent miteinander verbinden.
Was KI wirklich kann – und was nicht
Um KI sinnvoll einzusetzen, hilft zunächst ein realistisches Verständnis ihrer Fähigkeiten. Grundsätzlich bezeichnet künstliche Intelligenz die Fähigkeit einer Maschine, Aufgaben auszuführen, die normalerweise menschliches Denken erfordern – etwa Texte schreiben, Informationen zusammenfassen oder Muster erkennen.
Die sogenannte Large Language Models (LLMs) – das Herzstück heutiger KI – sind besonders stark in Aufgaben wie: Texte generieren, Inhalte zusammenfassen, Fragen beantworten, Texte klassifizieren oder übersetzen, Vorschläge, Ideen oder Empfehlungen formulieren.
Gleichzeitig haben diese Systeme klare Grenzen. Sie können etwa Vorurteile aus Trainingsdaten übernehmen. Nicht selten werden komplexe Zusammenhänge falsch interpretiert – aber mit einer vordergründigen Klarheit und Überzeugung präsentiert, dass der zugrundeliegende Irrtum gar nicht so einfach auffällt. Mit anderen Worten: Informationen werden überzeugend formuliert, obwohl sie falsch sind. Eine generelle Schwäche ist auch die Stabilität: Ergebnisse sind schwer reproduzierbar. Wenn aber der Empfehlung bei jeder Wiederholung anders ausfällt, schwindet das Vertrauen in die Technik rasch und zu Recht.
Kontext macht das Werkzeug stark
Deshalb ist KI weniger eine automatisierte Intelligenz, sondern ein potenziell starkes Werkzeug. Der Philosoph und KI-Experte Luciano Floridi geht so weit, das Akronym AI neu zu interpretieren, als «Agency, not Intelligence». Das «A» steht hier also für eine weitgehende digitale Handlungskraft. Das verschiebt den Akzent entscheidend: Künstliche Intelligenz ist ein Werkzeug, das unterstützt, aber nicht selbständig verantwortliche Entscheidungen treffen sollte.
Seit Abschluss der KI-Lernreise ist auch Spheriq nicht untätig geblieben. Auf der Grundlage der erarbeiteten Prinzipien ist in der Zwischenzeit mit Spheriq AI eine neue Dimension der KI-Unterstützung im gemeinnützigen Sektor entstanden. Die Idee dahinter ist einfach: KI wird besonders dann leistungsfähig, wenn sie nicht nur allgemeines Weltwissen nutzt, sondern mit einer spezifischen Datenbasis arbeiten kann.
Spheriq AI verbindet deshalb zwei Elemente: erstens eine leistungsfähige KI-Modellarchitektur und zweitens die spezifische Wissensbasis von Spheriq. Mit agentischem Tooling können verschiedene KI-Komponenten dabei zusammenarbeiten – ähnlich wie ein Team spezialisierter Assistenten. Die spezifische Wissensbasis und zentrale Orientierungskonzepte wie Fit, Hope und Förderlogik schafft den idealen Kontext.
Durch diese Kombination entstehen neue Möglichkeiten. KI-Assistenten für Fördergesuche helfen beispielsweise bei der Prüfung von Anträgen. Eine intelligente Recherche im Stiftungssektor zeigt rasch und treffsicher, wo sich ein Gesuch lohnt und wo nicht. Auch für die Auswertung von Portfolios oder die Due Diligence bei der Prüfung einer Zusammenarbeit unterstützt Spheriq AI rasch und zuverlässig. Und das Feld der Möglichkeiten ist damit noch lange nicht abgesteckt.
Revisionssicher statt punktuell
Damit erfolgt der Einsatz von Spheriq AI auch im Einklang mit den juristischen Anforderungen an eine verantwortliche KI-Nutzung durch Förderstiftungen. Thomas Sprecher hält in einem kürzlich entstandenen Aufsatz kürzlich entstandenen Aufsatz zum KI-Einsatz durch Stiftungen fest, dass KI zweckgebunden, kontrolliert und mit klarer menschlicher Verantwortung einzusetzen ist. Entscheidungsrelevante KI-Prozesse müssen dokumentiert, nachvollziehbar und überprüfbar bleiben.
Das betrifft besonders die Vorprüfung von Gesuchen. Sprecher nennt sie ausdrücklich als zentrales Einsatzfeld im Fördermanagement. Die Verantwortung für den Förderentscheid verbleibt bei den zuständigen Organen, künstliche Intelligenz darf aber Entscheidungsgrundlagen strukturieren, zusammenfassen und vorbereiten – unter der Voraussetzung, dass dieser Einsatz von KI dokumentiert wird und überprüfbar bleibt.
Eine derartig revisionsfähige Nutzung lässt sich nicht praktikabel sicherstellen, wenn Inputs und Outputs bei allgemeinen KI-Abonnements wie ChatGPT manuell abgelegt werden müssen. Erforderlich ist vielmehr eine automatische, lückenlose Aufzeichnung der KI-Nutzung: verwendete Datenquellen, Prompts, Outputs und entscheidungsrelevante Zwischenschritte müssen systematisch dokumentiert werden. Genau darin liegt ein zentraler Unterschied zwischen punktueller KI-Nutzung und einer für Förderstiftungen geeigneten, revisionssicheren KI-Infrastruktur wie Spheriq AI.
KI für den Alltag einrichten
Mit Spheriq AI steht Nonproit-Organisationen seit kurzem eine sichere KI-Umgebung zur Verfügung, die punkto Datenhoheit und Sicherheit und Dokumentation keine Wünsche offenlässt. Die direkte Anbindung an die spezifische Datenbasis des gemeinnnützigen Sektors sorgt für zuverlässige und präzise Resultate.
Richtig leistungsfähig wird Spheriq AI jedoch erst, wenn das System auf den konkreten Kontext einer Organisation vorbereitet, wird: durch eine hinterlegte Förderlogik und ein vollständiges, transparentes Organisationsprofil. Denn nicht jede KI-Anwendung schafft automatisch Mehrwert.
Künstliche Intelligenz ist heute kein Hype mehr, sondern Realität. Die Herausforderung besteht nicht darin, möglichst viel KI einzusetzen. Es geht vielmehr darum, sie klug, sicher und zielgerichtet zu nutzen.
Online-Workshop: KI-Werkstatt
Viele Organisationen experimentieren mit künstlicher Intelligenz – doch oft bleibt unklar, wo ihr tatsächlicher Nutzen liegt. In der KI-Werkstatt entwickeln Sie ein solides Verständnis für die Stärken und Grenzen von KI und lernen, wie Sie die neuen Werkzeuge sicher und sinnvoll einsetzen.
Anhand konkreter Fallbeispiele identifizieren Sie Anwendungen, die in Ihrer Organisation echten Mehrwert schaffen. Der Workshop ist praxisorientiert: Sie erarbeiten den nötigen Nutzungskontext, testen eigene Prompts und legen damit die Grundlage für Ihr eigenes KI-Setup, das Sie im Alltag effektiv unterstützt. Gleichzeitig stärken Sie Ihre Urteilsfähigkeit und nehmen erprobte Anwendungsbeispiele mit, die Sie direkt in Ihrer Organisation weitergeben können.
Die KI-Werkstatt richtet sich gleichermassen an Neulinge im Feld wie auch an Fachpersonen, die schon Erfahrungen gesammelt und Prompts entwickelt haben – und damit für die Risiken des KI-Einsatzes bereits sensibilisiert sind.
Dauer: 3h, 9-12 Uhr
Format: Online via Zoom

