Zum sechsten Mal in Folge erhielten Hilfswerke in der Schweiz im vergangenen Jahr mehr als zwei Milliarden Franken an Spenden. Allerdings zeigen nicht alle Organisationen einen Zuwachs. Auch die öffentlichen Beiträge entwickeln sich je nach Tätigkeitsgebiet gegenläufig.
Das Spendenvolumen der Hilfswerke in der Schweiz stieg 2025 leicht auf 2,3 Milliarden Franken. Damit übertraf es gemäss der soeben erschienenen Zewo-Spendenstatistik 2025 zum sechsten Mal in Folge die Marke von zwei Milliarden Franken. Erstmals wurde diese 2020 während der Coronapandemie mit 2,1 Milliarden Franken überschritten. Mit dem Ausbruch des Ukrainekriegs erreichte das Spendenvolumen 2022 einen Höchstwert von 2,5 Milliarden Franken.
Über dem langjährigen Wachstumstrend
Von den 2,3 Milliarden Franken im Jahr 2025 flossen 1,6 Milliarden an Zewo-zertifizierte Organisationen. Das entspricht einem Zuwachs von 52 Millionen Franken gegenüber 2024. Die wichtigsten Spender:innen bleiben die Privathaushalte. Von ihnen stammen rund 70 Prozent der Gelder in Form von Spenden und Legaten. Mit 796 Millionen Franken lag das Spendenvolumen leicht über dem langjährigen Wachstumstrend. Gleiches gilt für die Legate. Sie beliefen sich 2025 auf 293 Millionen Franken.
Leicht rückläufig entwickelten sich die Beiträge von Förderstiftungen, Kirchen und anderen Institutionen. Sie liegen jedoch weiterhin über dem langjährigen Wachstumstrend. Anders sieht es bei den Firmenspenden aus: Diese legten 2025 zwar zu, liegen aber weiterhin deutlich unter dem langjährigen Wachstumstrend. 2023 waren sie stark zurückgegangen.
Wachstum auch dank neuen zewo-Zertifizierungen
Auch Veränderungen bei den Zewo-zertifizierten Organisationen trugen zum Anstieg des Spendenvolumens bei. Dadurch entsteht ein trügerisches Bild, dass für die Entwicklung einzelner Organisationen nicht zutrifft. So stieg das Spendenvolumen international tätiger Organisationen insgesamt, weil neue Organisationen zertifiziert wurden. Die Entwicklung pro Organisation fiel hingegen weniger positiv aus: Im Vergleich zum Vorjahr ging das durchschnittliche Spendenvolumen leicht zurück.
Unter den 50 Organisationen mit dem grössten Spendenvolumen sind 36 Zewo-zertifiziert. Ihr Spendenvolumen entwickelte sich überdurchschnittlich: 2025 verzeichneten die 36 einen Zuwachs von 79 Millionen Franken oder acht Prozent. Bei den übrigen 473 Zewo-zertifizierten Organisationen ging das Volumen dagegen um 36 Millionen Franken oder sechs Prozent zurück.
Die Entwicklung verlief nicht einheitlich. Drei Viertel der 36 grossen Organisationen konnten ihre Spendeneinnahmen steigern. Ein Viertel verzeichnete einen Rückgang. Bei den übrigen Organisationen gelang es 52 Prozent, ihre Spendeneinnahmen zu erhöhen.
Wenig Optionen bei digitalen Zahlungsdienstleitern
Die Zewo-Spendenstatistik beleuchtet auch die Zahlungsmethoden. Per 30. September 2028 wird LSV+, das elektronische Lastschriftverfahren mit einem eingebauten Widerspruchsrecht, abgelöst. Von dieser Umstellung sind viele NGOs bei wiederkehrenden Zahlungen betroffen. Mit der zunehmenden Bedeutung digitaler Zahlungsmethoden rücken auch deren Gebühren stärker in den Fokus. 93 Prozent der Organisationen bieten digitale Zahlungsmöglichkeiten oder QR-Zahlscheine online an. Als problematisch beurteilen die Organisationen insbesondere die Kosten und die Abhängigkeit von wenigen Anbietern. Dies lässt wenig Optionen. Ein Wechsel des Zahlungsdienstleisters wäre einerseits mit hohen Kosten verbunden. Zudem schätzen zwei Drittel der Organisationen die Situation andererseits als schwierig ein, weil es keinen Zahlungsdienstleister oder Netzwerkpartner gibt, der gemeinnützigen Organisationen faire Konditionen für das Sammeln von Spenden über digitale Zahlungsmittel bietet.

