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Erste gemeinsame Kampagne

Bild: Ian Taylor, unsplash

Erstmals haben 40 Hilfswerke in der Schweiz gemeinsam eine Kampagne lanciert. Mit «Halt – in haltlosen Zeiten» machen sie auf die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam, auch für die Schweiz. In einer Zeit, in der die Gelder in vielen Ländern gekürzt werden, sensibilisiert die Kampagne für die Entwicklungszusammenarbeit und deren Wirkung.

Der aktuelle Welternährungsbericht der UNO zeigt für das vergangene Jahr eine leichte Abnahme der Zahl der Menschen, die an Hunger leiden. Doch sie bleibt hoch: 645 Millionen Menschen waren 2025 von Hunger betroffen. Das sind 14 Millionen weniger als im Vorjahr. Dies entspricht 7,8 Prozent der Weltbevölkerung.

Schmerzhafte Kürzungen

Hunger ist nur eines der drängenden Themen, mit denen sich die internationale Entwicklungszusammenarbeit derzeit beschäftigt. Wir leben in einer Zeit zahlreicher Krisen. Kriege, aber auch die Klimakrise mit Dürren und Überschwemmungen treffen viele Menschen hart und nehmen ihnen ihre Lebensgrundlage. Dass die Schweiz wie viele andere Staaten in dieser Zeit die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen ihrer Sparmassnahmen kürzt, stösst auf Kritik. So hatte etwa Sabin Bieri, Professorin für soziale Nachhaltigkeit am Centre for Development and Environment der Universität Bern, im Interview gesagt: «Das Ausmass des Schadens lässt sich jetzt noch nicht bestimmen.» Die Ankündigung des Bundes, die internationale Zusammenarbeit grundlegend neu aufzustellen, trifft auch die Entwicklungszusammenarbeit. Mit dem Voranschlag für das Budget 2027 wurden weitere Kürzungen angekündigt.

Im August legte der Bund dann die aktuelle Hochrechnung für den Haushalt vor. Statt des budgetierten Defizits von 0,7 Milliarden Franken wird nun mit einem Überschuss von 0,8 Milliarden Franken gerechnet. «Mit der komfortablen Situation der Bundesfinanzen gibt es absolut keine finanzpolitische Notwendigkeit, bei der internationalen Zusammenarbeit zu sparen. Dies sind kaltblütige Kürzungen auf Kosten der Ärmsten dieser Welt», sagt Andreas Missbach, Geschäftsleiter von Alliance Sud, dem Kompetenzzentrum für internationale Zusammenarbeit und Entwicklungspolitik, dem mehrere Entwicklungsorganisationen angehören.

Vernetzte Schweiz

Ein grösserer Kreis wurde nun aktiv: 40 Schweizer Hilfswerke haben nun eine gemeinsame Kampagne gestartet, um auf das Engagement und die Bedeutung der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam zu machen. Mit «Halt – in haltlosen Zeiten» treten die Organisationen erstmals gemeinsam in einer Kampagne auf. Sie soll die Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit auch für die Schweiz aufzeigen. Die Heilsarmee weist auf die Wirkung ihrer Projekte für die Menschen vor Ort, aber auch in der Schweiz hin. «Davon profitieren auch wir in der Schweiz. Denn unser Wohlstand und unsere Sicherheit hängen von einer stabilen, friedlichen und solidarischen Welt ab.»

Ähnlich sieht es Fastenaktion bei der Bedeutung der Hilfswerke. «Sie schaffen Perspektiven in gefährdeten Regionen und erzeugen Bedingungen, unter denen wirtschaftliche Entwicklung und Handel überhaupt erst möglich werden – auch mit der Schweiz.» Die Arbeit der Hilfswerke sei zudem eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz in Krisen und Katastrophen, weil die Hilfswerke bereits vor Ort seien. Die Sparmassnahmen werden als «kurzsichtig» und «unverständlich» kritisiert. Die Folgen seien bereits spürbar: «Allein 2025 erreichten Schweizer Hilfswerke rund 630’000 Menschen weniger mit ihrer Unterstützung als im Jahr davor.»

Sicherheit und Perspektive

Die Kampagne benennt nicht nur die Herausforderungen, sondern zeigt auch auf, was die Hilfswerke heute leisten. Insgesamt setzen die 40 Organisationen 2400 Projekte um. Dabei zählen sie auf ein Netzwerk von Partnerorganisationen vor Ort. Mit ihrer Arbeit erreichen sie insgesamt 81 Millionen Menschen. Damit stehen sie «gemeinsam für globale Stabilität, Sicherheit und Perspektiven ein in einer Zeit der Unsicherheit und Instabilität. Wir setzen uns ein für Halt in haltlosen Zeiten – weltweit und in der Schweiz.»

Bild: Ian Taylor, unsplash

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