{"id":5248,"date":"2019-02-13T04:00:44","date_gmt":"2019-02-13T04:00:44","guid":{"rendered":"http:\/\/wp-phi-18-2.home.fhlb.ch\/?p=4307"},"modified":"2026-05-05T14:44:52","modified_gmt":"2026-05-05T12:44:52","slug":"andrew-carnegie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/spheriq.ch\/blog\/andrew-carnegie\/","title":{"rendered":"Was w\u00fcrde Andrew Carnegie heute f\u00f6rdern?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Kaum jemand hat das heutige Verst\u00e4ndnis von Philanthropie st\u00e4rker beeinflusst als Andrew Carnegie, der vor genau hundert Jahren, 1919, gestorben ist. Bei seiner Geburt 1835 in Schottland waren seine Eltern bettelarm und emigrierten nach Amerika. Mit grossem Fleiss und einer guten Portion Kaltschn\u00e4uzigkeit wurde Andrew Carnegie mit Gesch\u00e4ften in der Stahlindustrie zu einem der reichsten M\u00e4nner seiner Zeit.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Im Jahr 1889 ver\u00f6ffentlichte er in der North American Review einen Text mit dem Titel \u00abThe Gospel of Wealth\u00bb, in dem er die Reichen zur Philanthropie verpflichtete. \u00abDer Mann, der reich stirbt, stirbt in Schande\u00bb lautet seine Schlussfolgerung und beschreibt die Motivation, die auch heute noch viele Philanthropen antreibt: Der Reichtum soll mit der Gesellschaft geteilt werden. Carnegie fordert von den Reichen, nicht auf Einmal-Effekte wie Almosen zu setzen, sondern besser in langfristige Ergebnisse zu investieren. Dazu nennt er folgende Bereiche: Universit\u00e4ten, Bibliotheken und Museen, Krankenh\u00e4user und medizinische Forschung, \u00f6ffentliche P\u00e4rke, Hallen und Schwimmb\u00e4der sowie Kirchen als Zentren des sozialen Lebens.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"walk-the-talk\"  class=\"wp-block-heading\"><strong>Walk the Talk<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Carnegie selbst ging mit gutem Beispiel voran: Er finanzierte in den USA, Schottland und England \u00fcber 2&#8217;500 Bibliotheken, f\u00f6rderte Universit\u00e4ten (Carnegie Mellon University), spendete f\u00fcr den Bau von Konzerts\u00e4len (Carnegie Hall) und zeichnete Lebensretter aus (Carnegie Trust Funds in 11 L\u00e4ndern). Viele dieser Engagements bestehen bis heute, so beispielsweise auch die Schweizer Carnegie Stiftung f\u00fcr Lebensretter\/innen. Aber auch viele andere der von ihm damals erw\u00e4hnten Beispiele haben bis heute Bestand. So etwa die nach ihren Geldgebern benannten Universit\u00e4ten wie Stanford, Cornell oder Johns Hopkins, die alle zu den besten der Welt z\u00e4hlen. Auch die Pratt Library in Baltimore oder der Schenley Park in Pittsburgh sind heute noch wegweisende Beispiele philanthropischen Engagements.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"was-wuerde-carnegie-heute-foerdern-um-langfristige-wirkung-zu-erzielen\"  class=\"wp-block-heading\"><strong>Was w\u00fcrde Carnegie heute f\u00f6rdern, um langfristige Wirkung zu erzielen?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">In seinem Text macht Carnegie immer wieder deutlich, dass es ihm um die Entwicklung der Gesellschaft geht und er dabei verschiedene Aspekte im Blick hat. Zum einen will er die Leistungsf\u00e4higkeit st\u00e4rken, durch Bildung und Forschung beispielsweise, und setzt dabei auf das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Zum anderen ist ihm der gesellschaftliche Zusammenhalt wichtig, durch die Finanzierung von Begegnungspl\u00e4tzen in P\u00e4rken, Gemeinschaftss\u00e4len oder Kirchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Was heutige Philanthropen von Andrew Carnegie lernen k\u00f6nnen, sind vielleicht weniger die konkreten F\u00f6rderbeispiele, sondern vielmehr die Fundiertheit und Konsequenz, mit der Carnegie vorgegangen ist. Dabei setzt er den reichen Philanthropen durchaus harte Kost vor, indem er sie in die Pflicht nimmt, f\u00fcr ihre Philanthropie zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">Besonders zwei seiner Empfehlungen sind auch heute noch so herausfordernd wie damals:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\">\u00b7&nbsp;Es ist viel einfacher zu geben, als abzulehnen.<br>\u00b7&nbsp;Wer etwas f\u00f6rdert, sollte nicht \u00fcberlegen, was es kostet, sondern wie es perfekt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-secondary-background-color has-background is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-7387b849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p class=\"has-secondary-background-color has-background has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Lesetipp:<\/strong><br><br><a href=\"https:\/\/archive.org\/details\/gospelofwealthot00carnuoft\/page\/xxii\">Das \u00abGospel of Wealth\u00bb von Andrew Carnegie zum Nachlesen (lange Version auf Englisch)<\/a>\u00a0oder in der <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/wirtschaft\/wer-reich-stirbt-stirbt-schande\/37352\">deutschen Kurzfassung.<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kaum jemand hat das heutige Verst\u00e4ndnis von Philanthropie st\u00e4rker beeinflusst als Andrew Carnegie, der vor genau hundert Jahren, 1919, gestorben ist. 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