
Corporate Social Responsibility (CSR) beschreibt die soziale Verantwortung von Unternehmen für die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Immer mehr Organisationen verstehen soziale Verantwortung nicht nur als ethische Verpflichtung, sondern auch als strategischen Erfolgsfaktor. Nebst bestimmten Massnahmen und gewinnbringenden CSR-Strategien gilt es für Unternehmen auch gesetzliche Anforderungen zu beachten.
Inhalt:
• Was ist Corporate Social Responsibility? Eine Definition
• Soziale Verantwortung von Unternehmen
• Corporate-Social-Responsibility-Massnahmen im Überblick
• Beispiele von sozialer Verantwortung in Unternehmen aus der Schweiz
• Kritik an Corporate Social Responsibility
• Nachhaltigkeitsbericht – Pflicht in der Schweiz?
• So entwickeln Sie Ihre CSR-Strategie
• Fazit: Mit CSR Verantwortung zeigen und Wirkung entfalten
• FAQ zu Corporate Social Responsibility
Was ist Corporate Social Responsibility? Eine Definition
Corporate Social Responsibility (CSR) bezeichnet die Verantwortung von Unternehmen für die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt. Es ist ein Beitrag von Unternehmen zur nachhaltigen Entwicklung, indem sie soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte in ihre Geschäftstätigkeit integrieren. Anders gesagt: Corporate Social Responsibility ist ein strategischer Ansatz, bei dem Unternehmen bewusst so handeln, dass sie positive Beiträge für Gesellschaft und Umwelt leisten und gleichzeitig gegenüber ihren Stakeholdern verantwortlich bleiben.
In der Praxis bedeutet das, dass Unternehmen ihre Entscheidungen nicht nur anhand finanzieller Kennzahlen treffen. Sie berücksichtigen auch deren Auswirkungen auf Mitarbeitende, Umwelt, Kunden, Lieferketten und lokale Gemeinschaften. Dieses Verhalten soll zur nachhaltigen Entwicklung beitragen, die Erwartungen von Anspruchsgruppen berücksichtigen und geltende Gesetze sowie internationale Standards respektieren.
CSR umfasst verschiedenste Themenbereiche innerhalb eines Unternehmens wie beispielsweise:
· faire Arbeitsbedingungen und Gesundheitsschutz
· Menschenrechte entlang der Lieferkette
· Umwelt- und Klimaschutz
· Korruptionsprävention
· fairer Wettbewerb und Konsumentenschutz
· Transparenz und verantwortungsvolle Unternehmensführung
Mittlerweile gibt es klare gesetzliche Vorschriften, die Unternehmen im Rahmen von CSR beachten müssen. Ein wichtiger Punkt dabei: CSR beginnt mit der Einhaltung dieser Vorschriften, geht aber oft darüber hinaus. Gewisse Unternehmen berücksichtigen bewusst gesellschaftliche Erwartungen, die nicht zwingend rechtlich vorgeschrieben sind wie zum Beispiel freiwillige Klimaschutzmassnahmen oder Initiativen für Gleichstellung und Diversität.
Für viele Organisationen ist CSR demnach nicht nur eine einzelne Initiative, sondern ein ganzheitlicher Ansatz der Unternehmensführung, der langfristige Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg verbindet. Eine konsequente Umsetzung von CSR kann nicht nur gesellschaftliche Probleme adressieren, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens stärken, etwa durch höhere Glaubwürdigkeit, stärkere Kundenbindung oder attraktivere Arbeitsplätze.
Soziale Verantwortung von Unternehmen
Der Begriff Corporate Social Responsibility wird häufig auch als Corporate Responsibility (CR), Unternehmensnachhaltigkeit, verantwortungsvolle Unternehmensführung oder soziale Verantwortung von Unternehmen bezeichnet. Auch in der Schweiz wird diese Verantwortung immer mehr als Teil nachhaltiger Unternehmensführung verstanden, um einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen zu leisten.
Die soziale Verantwortung von Unternehmen umfasst mehr als nur einzelne Projekte. Viele Firmen ergreifen aktiv Massnahmen, um Mitarbeitende zu schützen und zu fördern, Umweltressourcen nachhaltig zu nutzen, ethische Standards entlang der Lieferketten sicherzustellen oder faire, transparente Entscheidungsprozesse zu gewährleisten. Soziale Verantwortung ist damit ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und spiegelt die Werte wider, nach denen das Unternehmen handelt.
Ein zentraler Bestandteil der sozialen Verantwortung von Unternehmen ist auch die Berücksichtigung der Interessen verschiedener Anspruchsgruppen, sogenannter Stakeholder. Dazu zählen:
· Mitarbeitende
· Aktionäre
· Kund:innen
· Lieferanten
· lokale Gemeinschaften
· Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
Unternehmen müssen also unterschiedliche Erwartungen miteinander in Einklang bringen. Während Investoren langfristige Stabilität erwarten, legen Konsument:innen beispielsweise mehr Wert auf Nachhaltigkeit oder ethische Produktionsbedingungen.
Gerade in einem exportorientierten Land wie der Schweiz spielt CSR auch international eine wichtige Rolle. Viele Schweizer Unternehmen sind global tätig und müssen sich deshalb besonders Verantwortung übernehmen bei ihren Umweltstandards, Arbeitsbedingungen oder Lieferketten.
Corporate-Social-Responsibility-Massnahmen im Überblick
CSR-Strategien bestehen aus konkreten Massnahmen, mit denen Unternehmen ihre soziale, ökologische und wirtschaftliche Verantwortung umsetzen. Die CSR-Massnahmen können für Unternehmen wirtschaftliche Vorteile bringen. Studien zeigen, dass nachhaltige Unternehmen von Investoren oft positiver bewertet werden und langfristig geringere Risiken aufweisen.
Häufig werden diese Aktivitäten entlang der sogenannten ESG-Kriterien strukturiert: Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung).
Ökologische Verantwortung
Ein zentraler Bestandteil vieler CSR-Strategien ist der Schutz der Umwelt. Unternehmen versuchen dabei, ihre negativen Auswirkungen auf Klima und Ressourcen zu reduzieren.
Typische Massnahmen sind:
· Reduktion von CO₂-Emissionen
· Nutzung erneuerbarer Energien
· Recycling und Kreislaufwirtschaft
· nachhaltige Verpackungen
Viele Unternehmen verfolgen heute auch langfristige Klimaziele wie Netto-Null-Emissionen bis 2050.
Soziale Verantwortung
Der zweite Bereich betrifft das Verhältnis zu Mitarbeitenden, Kund:innen und zur Gesellschaft insgesamt.
Typische CSR-Massnahmen im sozialen Bereich sind beispielsweise:
· faire Löhne und sichere Arbeitsbedingungen
· Förderung von Diversität und Gleichstellung
· Programme zur Aus- und Weiterbildung
· Engagement in lokalen Gemeinschaften
· Unterstützung gemeinnütziger Organisationen
Auch freiwilliges Engagement von Mitarbeitenden oder Corporate-Volunteering-Programme fallen in diesen Bereich.
Governance und ethische Unternehmensführung
Der dritte Bereich betrifft die Art und Weise, wie ein Unternehmen geführt wird. Eine transparente und verantwortungsvolle Governance soll sicherstellen, dass wirtschaftliche Ziele mit ethischen Prinzipien vereinbar bleiben.
Dazu gehören:
· klare Compliance-Richtlinien
· Korruptionsprävention
· transparente Berichterstattung
· unabhängige Kontrollstrukturen
· verantwortungsvolle Lieferketten
Beispiele von sozialer Verantwortung in Unternehmen aus der Schweiz
Viele Schweizer Unternehmen setzen Corporate Social Responsibility bereits aktiv um. Die folgenden Beispiele zeigen, dass CSR in der Schweiz längst Teil moderner Unternehmensführung geworden ist, auch wenn die konkreten Ansätze je nach Branche und Unternehmensgrösse variieren.
Migros
Als einer der wohl bekanntesten Philanthropen der Schweiz legte Gottlieb Duttweiler, der Gründer von Migros, schon früh den Grundstein für ein verantwortungsvolles Unternehmertum. Heute verfolgt der Detailhandelskonzern eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte verbindet. Verantwortungsvolle Unternehmensführung ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Geschäftsstrategie.
Migros orientiert sich unter anderem an den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und setzt auf einen strukturierten Due-Diligence-Prozess. Diese Sorgfaltsflicht dient dazu, mögliche negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit, beispielsweise in Lieferketten, frühzeitig zu identifizieren, zu vermeiden oder zu reduzieren.
Auch relevant für die CSR-Strategie von Migros ist die sogenannte Wesentlichkeitsanalyse, bei der die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen identifiziert werden. Dazu gehören beispielsweise Menschenrechte, Umweltbelastung, Konsumentenschutz oder Arbeitsbedingungen. Die Umsetzung der Strategie und Massnahmen wird durch ein internes Nachhaltigkeitscontrolling überprüft und jährlich dokumentiert.
Nestlé
Auch der Lebensmittelkonzern Nestlé verfolgt seit vielen Jahren eine CSR-Strategie unter dem Konzept «Creating Shared Value». Dabei versucht das Unternehmen, wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden. Ein Schwerpunkt liegt auf nachhaltiger Landwirtschaft und verantwortungsvollen Lieferketten.
Zu den konkreten Zielen gehören unter anderem die Reduktion von Treibhausgasemissionen bis 2030, der Ausbau regenerativer Landwirtschaft, verantwortungsvolle Beschaffung von Rohstoffen und die Förderung von Diversität im Unternehmen.
Helvetia
Die Schweizer Versicherung Helvetia integriert Nachhaltigkeit ebenfalls in ihre Unternehmensstrategie. Die CSR-Aktivitäten sind in die vier strategische Säulen Kund:innen, Mitarbeitende, Umwelt und Gesellschaft gegliedert.
Zu den langfristigen Zielen zählen unter anderem der Ausbau nachhaltiger Produkte, verantwortungsvolle Investitionen und der Übergang zu Netto-Null-Emissionen nach dem Pariser Klimaabkommen. Ausserdem hat Helvetia zum Ziel, als Arbeitgeberin besonders attraktiv zu sein und aktiv zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beizutragen.
Kritik an Corporate Social Responsibility
Corporate Social Responsibility steht immer mehr im Spannungsfeld zwischen glaubwürdigem Engagement und strategischer Imagepflege. Gerade letzteres führt dazu, dass CSR trotz seiner wachsenden Bedeutung regelmässig in die Kritik gerät. Ein häufig genannter Vorwurf ist Greenwashing. Dabei stellen Unternehmen einzelne nachhaltige Initiativen nach aussen als besonders erfolgreich dar, ohne ihre Geschäftspraktiken grundlegend zu verändern. Kritiker:innen sehen darin oft den Versuch, ein positives Image aufzubauen, ohne echte Verantwortung zu übernehmen.
Ein weiteres Problem ist, dass viele CSR-Massnahmen freiwillig sind. Ohne verbindliche Regeln besteht die Gefahr, dass Unternehmen nur die Massnahmen umsetzen, die wirtschaftlich oder reputationsstrategisch attraktiv sind. Strukturelle Probleme wie schlechte Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten lassen sich dadurch oft nur begrenzt oder nicht lösen.
Auch die Messbarkeit von CSR-Erfolgen wird teilweise kritisch gesehen. Nachhaltigkeitsberichte enthalten zwar immer mehr Kennzahlen, aber viele Auswirkungen (zum Beispiel auf Gesellschaft oder Biodiversität) lassen sich nur schwer mit konkreten Daten auszeichnen. Ausserdem investieren wirtschaftliche Organisationen unterschiedlich stark in CSR, was ungleiche Wettbewerbsbedingungen schafft.
Aus diesen Gründen gewinnt die regulatorische Einbettung von Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Länder und internationale Organisationen entwickeln verbindliche Standards für Nachhaltigkeitsberichte, Lieferketten und Umweltziele. CSR ist also teilweise gesetzlich geregelt, darüber hinaus aber weiterhin ein freiwilliges Engagement.
Nachhaltigkeitsbericht – Pflicht in der Schweiz?
In der Schweiz ist die Berichterstattung über Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung seit einigen Jahren teilweise gesetzlich geregelt. Grundlage dafür sind neue Bestimmungen im Schweizerischen Obligationenrecht (OR). Je nach Unternehmen können auch internationale Bestimmungen greifen. Insgesamt zeigt sich, dass sich die freiwillige Corporate Social Responsibility in vielen Weltregionen zu einem regulatorischen Standard für transparente Unternehmensführung entwickelt.
Berichterstattung über nichtfinanzielle Belange
Bestimmte Schweizer Unternehmen sind seit 2023 gesetzlich verpflichtet, jährlich einen Bericht über sogenannte nichtfinanzielle Belange zu erstellen. Das Schweizerische Obligationenrecht bildet dafür den rechtlichen Rahmen. Art. 964b OR schreibt vor, dass Unternehmen über ihre Strategien, wesentlichen Risiken, Massnahmen und deren Wirksamkeit berichten müssen. Zu diesen nichtfinanziellen Belangen zählen:
· Umweltbelange
· Sozial- und Arbeitnehmerbelange
· Menschenrechte
· Bekämpfung von Korruption
Diese nichtfinanziellen Angaben dienen der Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und verschiedenen Anspruchsgruppen. Ausserdem sollen sie ein besseres Verständnis der nachhaltigkeitsbezogenen Unternehmensaktivitäten schaffen.
Die Berichterstattungspflicht ist Teil des indirekten Gegenvorschlags zur eidgenössischen Volksinitiative «Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt», über die die Schweizer Bevölkerung 2020 abstimmte. Die Initiative forderte verbindliche gesetzliche Regelungen, die Unternehmen verpflichten sollten, Menschenrechte und internationale Umweltstandards auch im Ausland einzuhalten, eine risikobasierte Sorgfaltsprüfung durchzuführen und bei Verstössen haftbar zu sein. Obwohl sie im Volksentscheid zwar das Volksmehr erreichte, scheiterte sie am erforderlichen Ständemehr. Stattdessen trat der indirekte Gegenvorschlag des Parlaments in Kraft. Dieser sieht Transparenz‑ und Berichtspflichten sowie Sorgfaltspflichten vor, verzichtet aber auf weitreichende Haftungstatbestände.
Von der Berichterstattungspflicht betroffen sind vor allem grosse Unternehmen von öffentlichem Interesse wie börsenkotierte Gesellschaften, Banken oder Versicherungen. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen mindestens 500 Mitarbeitende beschäftigt sowie eine Bilanzsumme von über 20 Millionen Franken oder einen Umsatz von über 40 Millionen Franken erreicht.
Diese Unternehmen mussten erstmals für das Geschäftsjahr 2023 einen entsprechenden Nachhaltigkeitsbericht erstellen. Dieser ist jeweils innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Geschäftsjahres fällig, in der Regel also bis Mitte des Folgejahres. Unternehmen können den Bericht entweder separat als nichtfinanziellen Bericht oder integriert in den Lagebericht veröffentlichen, je nach interner Berichtsstrategie und rechtlicher Auslegung.
Inhalt des Berichts
Ausserdem muss der Bericht gemäss Art. 964b OR folgende Aspekte abdecken:
· Strategien und Konzepte zu Nachhaltigkeit
· wesentliche Risiken in Umwelt- oder Sozialfragen
· Massnahmen zur Risikominimierung
· Wirksamkeit dieser Massnahmen
Falls ein Unternehmen kein entsprechendes Konzept verfolgt, muss es dies begründen. Dieses Prinzip wird als «comply or explain» bezeichnet. Das bedeutet: Unternehmen sind verpflichtet, entweder die geforderten Massnahmen umzusetzen oder transparent zu erklären, warum sie davon abweichen und welche Alternativen sie ergreifen. Dadurch wird sichergestellt, dass Stakeholder nachvollziehen können, wie das Unternehmen mit Nachhaltigkeitsthemen umgeht, auch wenn es nicht alle Empfehlungen eins zu eins umsetzt.
Sorgfaltspflichten bei Kinderarbeit und Konfliktmineralien
Neben der Berichtspflicht enthält das Obligationenrecht auch spezifische Sorgfaltspflichten in Lieferketten. Unternehmen, die bestimmte Rohstoffe wie Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold aus Konfliktgebieten importieren oder verarbeiten, müssen ihre Lieferketten prüfen und Risiken minimieren. Ähnliche Pflichten gelten bei Verdacht auf Kinderarbeit.
Einfluss der EU-Regulierung
Auch europäische Regelungen beeinflussen Schweizer Unternehmen immer mehr. Besonders relevant ist die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU. Schweizer Unternehmen können von dieser Richtlinie betroffen sein, wenn sie grosse Tochtergesellschaften in der EU besitzen oder einen erheblichen Umsatz innerhalb der EU erzielen. In solchen Fällen kann es sein, dass ein Schweizer Unternehmen nach europäischen Nachhaltigkeitsstandards berichten muss. Aber auch wenn ein Unternehmen nicht direkt unter die CSRD fällt, kann es indirekt betroffen sein. Viele europäische Geschäftspartner verlangen heute Nachhaltigkeitsdaten entlang der gesamten Lieferkette.
So entwickeln Sie Ihre CSR-Strategie
Gesellschaftliche Verantwortung innerhalb eines Unternehmens beginnt nicht erst bei einzelnen Projekten – sie sollte von Anfang an Teil des Kerngeschäfts sein. Eine erfolgreiche CSR-Strategie entsteht nur dann, wenn Unternehmen ihre Verantwortung systematisch analysieren und in alle relevanten Geschäftsprozesse einbinden.
Im ersten Schritt gilt es, die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen des Unternehmens zu identifizieren. Diese sogenannte Wesentlichkeitsanalyse untersucht, welche sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen besonders relevant sind. Dabei lohnt es sich, neben interner Perspektiven (von Mitarbeitenden und Management) auch externe Erwartungen (von Kund:innen, Investoren, NPOs) einzubeziehen. Methoden können Workshops, Stakeholder-Interviews oder Nachhaltigkeits-Rankings sein. So wird klar, welche Themen den grössten Einfluss auf Unternehmenserfolg und gesellschaftliche Wirkung haben.
Darauf aufbauend können Unternehmen konkrete Ziele definieren. Beispiele sind CO₂-Reduktionsziele, Diversitätsförderung oder nachhaltige Beschaffungsrichtlinien. Wichtig ist dabei, CSR nicht als isoliertes Projekt zu behandeln. Ziele können entlang der SMART-Kriterien formuliert werden: also spezifisch, messbar, erreichbar (achievable), relevant und terminiert. Das erleichtert später die Kontrolle in der Erfolgsmessung. Übrigens: Erfolgreiche Strategien integrieren Nachhaltigkeit in zentrale Geschäftsprozesse wie in Einkauf, Produktion oder Personalpolitik, statt sie nur in einem eigenen CSR-Team zu verankern.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist Transparenz. Nachhaltigkeitsberichte und ESG-Kennzahlen ermöglichen es Unternehmen, Fortschritte zu dokumentieren und Vertrauen bei Investoren, Mitarbeitenden und Kund:innen aufzubauen. Unternehmen können dabei auf international anerkannte Standards zurückgreifen: GRI (Global Reporting Initiative) unterstützt die Berichterstattung zu sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Themen, während SASB (Sustainability Accounting Standards Board) den Fokus auf finanzrelevante ESG-Aspekte legt, die insbesondere für Investoren von Interesse sind. Auch kleinere Unternehmen können diese standardisierten Rahmenwerke nutzen, um ihre Berichte vergleichbar und nachvollziehbar zu machen. Regelmässige Updates, KPI-Tracking und klare Visualisierungen erhöhen die Wirkung.
Schliesslich spielt auch Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Viele CSR-Initiativen entstehen in Partnerschaft mit wissenschaftlichen Institutionen, gemeinnützigen Organisationen oder anderen Unternehmen.Netzwerke und Kooperationen helfen, Ressourcen zu bündeln, innovative Lösungen zu entwickeln und gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam effektiver anzugehen.
Mit diesen Schritten zu einer klaren CSR-Strategie übernehmen Unternehmen Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt. Gleichzeitig profitieren sie von einer stärkeren Marke und bauen vertrauensvollere Beziehungen auf mit Stakeholdern. So entsteht eine nachhaltige Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung.
Fazit: Mit CSR Verantwortung zeigen und Wirkung entfalten
Corporate Social Responsibility ist längst mehr als ein freiwilliges Engagement einzelner Unternehmen. CSR verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung und wird immer mehr zu einem zentralen Bestandteil moderner Unternehmensführung. Unternehmen, die ihre CSR-Strategie konsequent umsetzen, können langfristig nicht nur ihre gesellschaftliche Wirkung verbessern, sondern auch ihre Reputation und Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Für Unternehmen eröffnet CSR also nicht nur neue Möglichkeiten für nachhaltiges Wirtschaften, sondern auch Chancen für glaubwürdiges gesellschaftliches Engagement. Mit den digitalen Lösungen von Spheriqsetzen Unternehmen ihre Spenden- und Sponsoringaktivitäten effizient um. Ob Spendenkampagnen, Sponsoringmanagement oder Reporting: Spheriq unterstützt Sie dabei, gesellschaftliche Verantwortung sichtbar und strategisch umzusetzen.
FAQ: Corporate Social Responsibility
Corporate Social Responsibility bedeutet, dass Unternehmen Verantwortung für ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt übernehmen. Dazu gehören beispielsweise faire Arbeitsbedingungen, nachhaltige Produktion oder transparentes Wirtschaften. Ziel ist es, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer und ökologischer Verantwortung zu verbinden.
CSR kann das Vertrauen von Kund:innen, Mitarbeitenden und Investoren stärken. Unternehmen mit glaubwürdigen Nachhaltigkeitsstrategien profitieren oft von einer besseren Reputation, geringeren Risiken und höherer Mitarbeitermotivation. Studien zeigen zudem, dass nachhaltige Unternehmen langfristig wirtschaftliche Vorteile erzielen können.
Man unterscheidet oft vier Arten von CSR:
· Ökonomische Verantwortung: profitables und nachhaltiges Wirtschaften
· Rechtliche Verantwortung: Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
· Ethische Verantwortung: moralische Grundsätze über das Gesetz hinaus
· Philanthropische Verantwortung: freiwilliges gesellschaftliches Engagement
Die 7 Säulen umfassen typischerweise: Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umwelt, Korruptionsprävention, Verbraucherschutz, faire Unternehmensführung und gesellschaftliches Engagement.
CSR selbst ist grundsätzlich freiwillig. Bestimmte grosse Unternehmen in der Schweiz müssen aber gemäss Obligationenrecht über nichtfinanzielle Belange berichten, etwa zu Umwelt, Menschenrechten oder Korruptionsbekämpfung. Diese Nachhaltigkeitsberichte sind seit dem Geschäftsjahr 2023 verpflichtend.
CSR beschreibt den strategischen Ansatz eines Unternehmens, soziale und ökologische Verantwortung in seine Geschäftstätigkeit zu integrieren. ESG hingegen steht für messbare Kriterien (Environment, Social, Governance), die vor allem von Investoren genutzt werden, um die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens zu bewerten.

